Wer ist Modeste?

Modeste Bartz

Wer ich bin

 

Mein Name ist Modeste, und ich habe 2009 zum Tango gefunden.

Damals habe ich noch Jura studiert und nach 25 Jahren Reiten ein neues Hobbie gesucht. Durch das Klavierspielen bin ich zu Piazzolla gekommen und über ihn zum Tango. Faszieniert von dem Tanz und seinem Kosmos, der Mode und der Verhaltensweisen begann ich mir selbst Tangokleider zu schneidern. Als ich auf meine Modelle angesprochen wurde begann ich auch für andere zu nähen und verdiente mir so ein wenig dazu. Nach dem Studium war ich so an mein kleinenes Gewerbe gewöhnt dass ich mir ein Leben ohne es nicht mehr vorstellen konnte.

Ich machte also eine Ausbildung beim Steuerberater um mir vor Augen zu führen, wo das alles hinführt und mit welchen Verantwortungen eine eigene Firma verbunden ist.

Heute bin ich auf dem Arbeitsmarkt als Arbeitnehmer angekommen und genieße es mein eigenes kleines Label zu haben und lass mich immer wieder gerne aufs neue vom Tango inspirieren. Der Tango hat sozusagen meinen weiteren Lebensweg stark beeinflusst. Welche Aspekte der Tango für mich noch beeinflusst schildere ich geren in meinem Blog.

 

 

Astor Piazzolla 
Inverno Porteno

Astor Piazzolla
Oblivion


 

 

 

"Ein Paar harte Winter

haben noch niemandem geschadet."

(Ein Bekannter von mir)

Ich habe, nachdem mir nach und nach die neuen Erfahrungen aus gingen, begonnen zu führen. Das kostet aber Zeit und engagement. Die Männer sollten nicht die Flinte ins Korn werfen. Als Frau hat man Erfahrungegemäß schon nach einem halben Jahr die ersten Erfolgserlebnisse, als Mann kann man gut 1,5-2 Jahre rechnen, bis der erste Knoten platzt.

 

Dran bleiben lohnt sich aber!

 

Wenn man erstmal die Fituren (Schritte würde dem Tango nicht gerecht werden) gelernt und verinnerlicht hat geht es "eigentlich" nur noch darum den Folgenden fließen zu lassen. Ihn zu führen,  den Kontakt zu suchen ohne den anderen zu blockieren, ihn selbstständig stehen und tanzen zu lassen und nur in die richtige Richtung zu leiten.

 

Reiten ist dem Führen beim Tango nicht unähnlich. Das Pferd weiß nicht, was ich als nächstes vor habe, ich habe aber seine Ahnlenung an meine Hand, gebe mit den Beinen den Rahmen (Bei Tango sind dass dann meine Brust, Schultern und Arme), der Reiter sitzt so gut ausbalanciert, dass er das Pferd nicht stöhrt. Er schwingt mir. Das macht der Führende beim Tango auch. Ich stöhre die Frau nicht. Ich schubse nicht, ich lenke ihre Schritte, die schon in Bewegung sind, ich öffne Räume, in die sie gehen soll, weil der andere Raum versperrt ist. Versperre ich dem Pferd den Weg durch meine Gewichtsverlagerung und den Rahmen um seinen Körper kann es nur in den Raum gehen, den ich öffne.

 

Ein Chef, der seinen Mitarbeiter in einen "Low-Performerstuhl" zwingt, nimmt ihm jede Möglichkeit sich weiter zu entwickeln.

 

Vera F. Birkenbihl hat mal gesagt, dass wir alle Inselbewohner sind. Jeder lebt auf seiner eigenen Insel und jeder hat daher auch seine eigene Sichtweise. Durch die Begegnung mit so vielen Menschen auf der selben Ebene (dem Tango) eröffenet sich die Chance mal eine andere Insel zu besuchen und dann zu seiner zurück zu kehren und vielleicht umzubauen, oder froh über seine Insel zu sein wie sie ist.

 

 

 

Meine Stärken:

Ich bin begeisterungsfähig und leidenschaftlich.

 

Meine Schwächen:

Ich gebe Unsummen für Bücher aus... dabei sind nicht wenig über Mode und Maßschneidern.

 

 

 

Der Tango kann einem so vieles bieten.

  • Eigene Selbst- warnehmung verbessern
  • Einfühlungs-vermögen verfeinern
  • Sprung ins kalte Wasser wagen
  • Mut selbständig zu stehen
  • Führung einzu-fordern
  • Führung zu geben ohne zu klammern
  • Gut getante Poser erkennen
  • Vom sportlichen Aspekt ganz zu schweigen

Modeste Bartz

Seit ich 18 bin nähte ich (damals unter Anleitung meiner Mutter) selbst erste Röcke und Kleider.

Als Student dann war das Geld knapp. Da Kleidung aber eine Möglichkeit des Ausdrucks ist mir meine Kleidung selbst genäht.
Alles Geld floss damals in das Studium und die Reiterei.

 

Auf den Milongas dann und auf Youtube tantze eine ganz neue Mode. Spitze, dunkle Stoffe, Schlitze, flatternder Chiffon, schillernde Seide, funkelndes Rot, schmale geschlitzte Kleider, lange schwarze, mit Rosa gefütterte schwalbenschwänze. Hohe Pfennigabsätze,

 

Ich begann mir meine Kleider selbst zu nähen und überlegte mir schon, was ich für die nächste große Milonga oder Festivals nähen wollte. Denn die Frauen beim Tango sind gepflegt! Man könnte jetzt sagen, die Konkurrenz ist groß. Ehrlich gesagt freue ich mich aber auf jede einzelne Milonga, nachdem ich von Montag bis Freitag im Büro meine Kollegen mit den ewig gleichen Pullovern und Turnschuhen sehe.....manchmal ist der Klecks auf der rechten Brust die ganze Woche über zu sehen und er fehlt mir schon wenn der Pulli zur nächsten Woche gewaschen wurde.

 

 

Ich bin daher auch über jeden männlichen Tänzer enttäuscht, der zur Cargohose gegriffen hat und nicht zumindest zu einer sauberen dunklen Jeans oder einer Stoffhose.  Kleidung ist eine Visitenkarte. Sie zeigt dem Gegenüber, wie der ander sich sieht und bewertet. Das ändert sich natürlich täglich, manchmal stündlich. Farben haben eine Wirkung und seit ich eine Farbberatung gemacht habe bin ich noch tiefer eingetauch in die Thematik. Je höher man sich in einem Unternehmen bewegt, desto dunkler werden die Farben.

 

Ich habe viel mit Stoffen und Schnitten, Farben und Fomen experiementiert und weiß genau, welches Kleid mich auf einer fremden Milonga "schützt",  und welches mich zugäglich gegenüber Tangofreunden macht. Ich habe Kleider, die um mich herum ganzen und die mir nicht eine einzige Walzpause geönnen, weil Männer natürlich auch durch das Tanzen mit dem Stoff spielen wollen.

 

Ich habe aber auch SEHR viel weggeschmissen.

 

Hole ich das Stück wieder aus dem Schrank erwachen sogar manchmal einige Erinnerungen wieder zu neuem und ich habe eine ganz besondere Beziehung zu dem Stück. Und ich weiß dass es MEINS ist. Es passt MIR, ich habe es genäht und probiert und mir Gedanken darüber gemacht.

Es ist nicht nur ein Kleid von der Stange, das ganz nett ist und mir alle Wahscheinlichkeit noch öfter an anderen Fauen begegnen wird, nein. Wir haben unsere "Geschichte" ;).

 

 

Es macht so viel Spaß sich kreativ auszutoben. Aber mein Schrank würde überlaufen, wenn ich alles behalten würde. Manchmal nähe ich Röcke, denke an einen bestimmte Frau aus meinem Umkreis und wenn ih einen Verkaufsstand hatte kaufte diese bestimmte Frau prommt das Stück.

 

Vielleicht sieht eine fremde Frau einen Rock oder ein Kleid von mir und denkt sich "das ist wie für mich gemacht" dann hat sie sicher recht. Ich kenne sie nur noch nicht persönlich, habe aber wohl an sie gedacht.

 

Ich habe Freude daran zu nähen, auch, wenn sie mir nicht stehen. Das heißt aber nur, dass dieses Unikat für eine andere Frau geschaffen wurde.